Der Mythos vom Ideen-Mangel
Jeder Solo-Founder, den ich kenne, hat Listen. Notizen-Apps voller Einfälle, Screenshots, halbe Entwürfe. Bei mir leitet inzwischen eine Maschine die Ideen aus echten Messdaten ab: welche Fragen die Zielgruppe googelt, wo die Konkurrenz sichtbar ist und ich nicht. Daher die 844.
Die Liste wächst schneller, als ich schreibe. Das ist keine Klage, das ist der Normalzustand. Wer über Ideen-Mangel spricht, beschreibt fast immer etwas anderes: die Hürde, aus der Liste einen fertigen Beitrag zu machen. Heute. Und morgen wieder.
Warum Dranbleiben so schwer ist
Der Grund ist unangenehm einfach: der Ertrag ist am Anfang unsichtbar.
Ein Beitrag bringt in der ersten Woche keine messbaren Besucher. Die Messung hinkt sogar strukturell hinterher: Pew Research hat gezeigt, dass Besuche mit KI-Antworten nur in rund einem Prozent der Fälle einen Klick auf die Quelle auslösen. Wer danach direkt die Marke sucht, taucht in keiner Statistik als Content-Erfolg auf. Der Effekt ist da, der Beweis kommt später.
In diese Lücke fällt die Perfektion. Der zehnte Feinschliff am einen Beitrag fühlt sich produktiver an als der nächste Beitrag. Ist er aber nicht. Ein guter Beitrag pro Tag schlägt einen perfekten pro Monat, weil Sichtbarkeit aus der Summe entsteht, nicht aus dem Einzelstück.
Mein Ansatz: die Entscheidung aus dem Tag nehmen
Willenskraft ist keine Architektur. Also habe ich die tägliche Entscheidung abgeschafft.
Das System wählt jeden Tag pro Marke die beste offene Idee, packt die Fakten dazu und prüft am Ende maschinell die Qualität. Ich schreibe nur noch die Prosa. Heute lief der erste volle Durchlauf: die ersten Beiträge gingen auf zwei Marken live, dieser hier ist der dritte. Erst zerlegen. Dann automatisieren.
Ob das funktioniert, ist offen. Genau deshalb schreibe ich es auf, bevor das Ergebnis feststeht. Warum ich Perfektion generell für den falschen Massstab halte, steht in der Notiz Der falsche Gegner.
Der Nullpunkt, dokumentiert
Damit das überprüfbar bleibt: Stand heute nennt ChatGPT meinen Namen nicht, wenn man nach Solo-Foundern und Build-in-public-Creators in der Schweiz fragt. Zwei Stichproben, null Treffer. Das ist der Nullpunkt. Wenn Konsistenz wirkt, muss sich diese Antwort in den nächsten Monaten ändern. Wenn nicht, steht das dann auch hier.
Der Aufbau läuft öffentlich: was ich baue und woran es gerade hängt, steht auf der Startseite.